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Ich war ja mal wieder beruflich in London unterwegs. In London war ich inzwischen drei mal. Einmal als Schüler in der K12 im Rahmen der Abifahrt in einer Jugendherberge. Muss so 1993 gewesen sein. Ich hab von dieser Fahrt immer noch ein paar Dinger rumliegen:
Ein TNG Abzeichen, ein TNG Enterprise Foto, ein Enterprise Technical Manual, das glaub ich bei meiner Schwester gelandet ist, eine englische Bibel aus einem Antiquariat, welches irgendwelche bei den Katholiken illegale Abschnitte enthält, eine vergoldete Windsor Münze und eine Sammlung römischer Replika Münzen (die liegen aktuell in der Uranglas-Pillendose im Devotionalienschrank
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Die zweite Reise war 2019 mit einem Arbeitskollegen, aber diesmal war ich allein unterwegs.
Doch jetzt, im Jahre 2.5 nach Corona durfte ich mal wieder Fliegen. Und so als Gen X Alter weißer Mann erzähle ich ein bisschen was ich so beobachten konnte.
Flughafen München
Man wurde ja vielfach gewarnt vor Chaos an den Flughäfen. In beide Richtungen. Also München nach Heathrow und zurück. Ich war ja brav früh in München und da dort dann doch gar nix los war konnte ich beim einchecken noch einen snack mit der Dame am Check-In halten und dann auch ausreichend lange die Verpflegung in der Business Lounge genießen. Dank meiner Tätigkeit in Korea und der Coronakrise hat die Lufthansa mit nämlich den Frequent Traveller Status bis in dieses Jahr hinein erhalten. Yay.
Hotel
Die Hotels in London, auch wenn teuer haben sehr sehr kleine Zimmer. Und meistens sehr wenig Fenster. Meins war in der Nähe vom "Strand", und das schaut so aus als ob da diese ganzen Musicals wären.
Touristen und Essen und Musicals
Und wenn da Musicals sind dann hats auch endlos Touristen und Restaurants. Alle ziemlich teuer mit nicht wirklich großen Portionen. Aber es scheint, die haben auch ein Bedienungsproblem. Diverse Pubs haben nur noch die Theke, was früher eigentlich nicht so war und einmal bin ich wieder gegangen nachdem ich eine Viertelstunde später immer noch nicht bestellen konnte. Und das obwohl der Laden eine 4.3 bei Google Maps hatte.
Shopping und Totalüberwachung
Tja.. Verkäuferinnen is nicht mehr. Die sind durch Automaten an denen man selbst scannen muss und einem Aufpasser ersetzt, bei dem man noch Bar zahlen kann. Bar bedeutet in UK inzwischen aber mit so Plastikscheinen die die alten Papierscheine ersetzt haben.
Auch wurde ich in einem Restaurant gebeten meine Telefonnummer anzugeben, bevor mir ein Sitzplatz zugewiesen werden konnte. Die Arme Dame dort, laut eigener Auskunft Polin wirkte dann eher nicht so begeistert als ich das Etablissement direkt verließ mit dem Hinweis drauf, das die meine Telefonnummer nicht für einen Teller Essen und ein Glas Ale brauchen. Pfft.
Auch scheint es zu sein, das diverse Pubs auch weg sind von der Bargeldzahlung. Ich musste mit der Karte zahlen und eigentlich müsste man das mal ausprobieren wenn man ihnen das Geld hinlegt und sagt das man keine Karte dabei hat...
Das werden noch spaßige Zeiten, wenn man dann einfach mal so weil man den falschen Like gesetzt hat von der Bank gekündigt wird.. weil so etwas wie Vertragstreue gibts ja nicht mehr in der modernen "Woken" Welt. Dann gibts auch kein Fish und Chips mehr und man kann sich bei der "Sikh Help" anstellen vor der Zimbabwe-er Botschaft anstellen und einen umweltbewussten Plastikteller Nudeln mit Pampf abholen.
Die Zimbabwe-er Botschaft.. Ich bin da ja kurz verwundert hängen geblieben, habs aber dummerweise nicht fotografiert, aber das schaut so aus als hätt man da von den ganzen allegorischen Statuen an der Wand die Köpfe weggemeisselt. Interessant.. ich dachte eigentlich das hätten die BLM Bilderstürmer gemacht, der Schaden ist aber Älter aus Zeiten der Prüderie.. vor 100 Jahren.. Ein Schelm wer da an sich wiederholende Geschichte denkt.
Zu den Statuen.. da gabs ja letztes Jahr viel Aufruhr weil die BLM diese ganzen Sklavenhalterstatuen wegreißen wollten. Aber eigentlich gibts da viel bessere Gründe diese Statuen wegzumachen. Diese ganzen Alten-Männer Statuen in Bronze sind einfach potthässlich. Wenn man das mit griechisch-römischen oder auch zum Beispiel Statuen der Wiener Klassik vergleicht die von nackten Allegorien nur wimmelten. Aber die prüden Engländer standen vermutlich auf alte Herren in Kleidern. Brrr...
Großer Austausch und Eingeborene
Londoner Eingeborene gibts da anscheinend gar nicht mehr zu sehen. Die Kinder sind oft indisch oder pakistanisch unterwegs, viele schwarze, auch Ostasiaten und so. Die paar letzten Engländer liegen anscheinend als Penner in Hauseingängen oder Vollkörpertätowiert mit "Made-In-England" Stempeln.
Die "Weißen" auf den Bildern sind übrigens fast nur Touristen.
Gut, ich lass es zu.. arbeitende Bevölkerung sieht man da nicht weil die ja in der Arbeit ist. Und der Billiglohn-Dienstleistungssektor ist halt Ausländer dominiert. Wie übrigens auch die Zimmermädchen im Hotel sich anscheinend polnisch unterhalten haben.
Platzangst und Underground
U-Bahn ist für mich in London immer noch Horror, nachdem ich 2019 da in eine überfüllte U-Bahn gequetscht worden bin und mir dann immer so Bilder durch den Kopf sind von wegen es wird dunkel weil der Strom weg ist. Ist ja nichts passiert, aber Gelüste auf "the Tube" hab ich da nicht wirklich. "Covent Garden", der Haltepunkt der Picadilly Linie der direkt vom Flughafen zum Hotel führt ist auch so eine extrem enge, decken-niedrige Station die schon beim runter fahren mit dem Aufzug Unwohlsein produziert. Aber man ist ja toxischer alter weißer Mann und deswegen steckt man das ja problemlos weg und denkt sich nur, die armen Penner, die das täglich machen müssen. Indianer kennen nämlich keinen Schmerz, außer Ntscho-Tschi wird von den bösen Bleichgesichtern erschossen. Bei Indianer:Innen wär ich mir da nicht mehr so sicher, aber ich bin ja noch Generation Indianer.
London Heathrow
Flughafen wäre die Hölle gewesen, und wars auch für viele aber ich hatte ausreichend Zeit eingeplant und so konnte ich die verbiesterten, hassenden, frustrierten und verzweifelten Gesichter vor dem Sicherheitstheater entspannt genießen. Und trotz Coronatodeswellen war auch hier, wie übrigens auch in München fast keine Maske zu sehen. Man fragt sich wo da die 60% Zustimmung zu Maskenpflicht herkommt, wo man sich da doch Körper an Körper reibt und das auch noch nach Aufforderung durch das Sicherheitspersonal, welches immer meine man solle Lücken schließen.
Was ich auch nicht verstehe ist ja, warum dieses ganze Weibsvolk immer zig Fläschchen mit in Bordgepäck mitnehmen will. Das ist doch bekannt das das nicht so einfach geht.
Egal.
Und zum guten Abschluss zeigt meine Corona Warn App jetzt rot an. Vom Montag. Da war dann wieder einer unvorsichtig. Mal schaun...
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