Tags: ahnenforschung genealogie sturm
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Wenn man in alten Tüten vom Keller und auf dem Dachboden gewisse Funde macht und mit der Ahnenforschung startet, stößt man auf spannende Dinge und ganze Familiendramen.
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1897 wurde ein Junge in München geboren.
Alois Edmund Sturm. Er hatte 3 Schwestern, (die Älteste) Bertha und zwei jüngere Luise, Maximiliane und einen älteren Bruder namens Johann. Die Mutter Maria (Mädchenname Babl - ja genau wie meine Schwägerin) hatte einen Johann Baptist Sturm geheiratet. Der war aber wohl im Gefängnis als Maximiliane und Edmund gezeugt wurden.
Erst 1900 kam es zur Scheidung, aber da lebte die Frau bereits mit ihrem Lebensgefährten Alois Meraner in Wien.
Vermutlich ist er also der Vater der Kinder. Bertha und Johann dürften leibliche Kinder von Herrn Sturm sein, die anderen vermutlich vom Meraner.
Allerdings hießen alle einfach weiter Sturm mit Nachnamen. Daher werden wir es wohl nicht mehr rausfinden, denn es gibt keine weiteren Dokumente mehr. Johann Jr. macht in Bayern seine Ausbildung und wird daher vermutlich beim Vater geblieben sein, trotz dessen Gefängnisaufenthalte.
Später wird aus Johann Jr. der Erste Gersthofer Bürgermeister nach dem 2. Weltkrieg. (Er war glühender SPD und KPD Anhänger wie übrigens auch sein Vater und hatte wohl heftig unter den Nazis zu leiden) 1909 jedenfalls waren die Wiener Zeitungen voll von einem Bericht über eine Familientragödie. Maria Sturm hatte sich erhängt. Und nicht nur das, sie hatte versucht ihre Kinder mit Wein zu betäuben und dann mit einem Kohlefeuer in einem Feuereimer im Schlafzimmer mit Kohlenmonoxid zu vergiften.
Allerdings wachte Edmund auf und taumelte zum Fenster um den Rauch rauszulassen und rettet damit den Kindern Luise und Maximiliane das Leben. Er rief auch um Hilfe und schnitt die Mutter vom Seil ab, aber für die kam jede Hilfe zu spät, aber dafür starb sonst niemand. Bertha war zu der Zeit vermutlich arbeiten oder wohnte nicht mehr dort.
Edmund war da 12 Jahre alt. Er geht bei Alois Meraner wohl in die Lehre und wird wie sein Ziehvater Fotograf.
Alois Meraner hat in Wien für Bildbände und auch die Zeitungen Fotos gemacht, man findet noch Archivmaterial. Er war wohl auch bei der Ärmelkanalüberfliegung von Herrn
![]() Später geht die Familie nach Augsburg und lebt dort in Friedberg.
Edmund heiratet Helene, wird aber geschieden, hat mit dieser aber 3 Kinder. Edmund Jr., Alois (mein Opa) und Stefan (der stirbt früh, leider noch als Kind). Außerdem gibts noch einen Xaver, der aber unehelich ist und bei seiner Mutter lebt. Edmund zieht später nach Ichenhausen wo er ein Fotogeschäft (Foto Sturm) aufmacht. Wo man nach Aussagen einiger Leute, die sich noch in der facebookgruppe Ichenhausen erinnern, nicht nur Passfotos machen, sondern auch einen Wellensittich kaufen konnte.
Mein Opa geht zu Messerschmitt und ist im Krieg Pilot. Leider auch einige Jahre in England kriegsgefangen.
Sein Vater Edmund, der ebenfalls zum Kriegsdienst eingezogen ist (ist schon sein 2. Krieg, er war ja im Ersten auch Soldat) desertiert und macht sich zu Fuß auf den Heimweg. Daher wird er nicht gefangen. Von ihm haben wir noch einige Antifa Kampfzeitschriften. Offenbar war er glühender Antifaschist und sehr links. Dafür hat er seine Frau mehrfach betrogen und noch gleich ein oder zwei weitere uneheliche Kinder gezeugt. Niemand weiß allerdings wo die sind, darüber wurde wohl nicht geredet.
Auch mit Edmund Jr. und dessen Frau Lisa hat man über Jahre keinen Kontakt gepflegt. Es ist auch nicht ganz klar ob da wirklich Helene die Mutter ist. deswegen will die vermutlich auch die Scheidung.
Erst meine Eltern haben sich dem Zweig der Familie wieder angenähert. Von den genannten Personen lebt aber niemand mehr, daher kann ich es ja hier zeigen.
Welche Verwandten wir also in Wien noch haben, wissen wir auch nicht. Herr Meraner lebte dort auf jeden Fall später und hatte noch so einige Damen.
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