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Ich schau mir ja wenn ich auf Reisen bin und es sich die Möglichkeit dazu ergibt, immer gerne so Kunstmuseen an. Nicht, niemals nicht moderne Kunst, sondern klassische Kunst, aber besten bis in den Jugendstil hinein oder vielleicht noch ein bisschen weiter.
Und jedes mal, wenn man sich diese alten Kunstwerke, Bilder, Statuen und Gebäude anschaut, denn sieht man eine Zäsur zur Moderne hin. Aus schön ist hässlich geworden. Aus aufwendig einfach und aus Liebe der pure Hass. Den puren Hass sieht man im besonderen in den Jahren 1914 bis 1945 auch in der Kunst, in welcher sich die überlegenen Künstler reichlich mühe gegeben haben ihre "Realität" möglichst hässlich abzubilden und ihre Mitbürger abzuwerten.
Das schöne ist komplett verschwunden und die letzten Reste haben sich bis in die Neuzeit noch in Film und Fernsehen versteckt, wobei das jetzt fast hundert Jahre später auch von der Hässlichkeit erobert wurde.
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Da ist etwas passiert so Anfang des 20. Jahrhunderts. Und es ist so langsam in der Kunst vorbereitet worden und hat sich dann rein gefressen in die beiden Weltkriege und die Neuzeit. Die alte, westliche Hochkultur ist untergegangen und ist ersetzt worden durch Wucherungen ans Hässlichkeit und Unmenschlichkeit. Fast alle wichtigen Erfindungen und Forschungen waren zu dem Zeitpunkt getan worden. Physik, Technik, Chemie, Medizin fast fertig und die letzten Jahrzehnte hat man sich nur noch in Grenzbereichen in kleinen Schritten weiter bewegt mit Ausnahme der Computertechnologie, deren theoretische Grundlagen aber da auch schon bekannt waren (siehe Ada Lovelace und Herrn Babbage). Und wo wir jetzt leben, das ist die Dystopie der damaligen Zeit, die "schöne neue Welt" der "Shape of things to come".
Die Zäsur ist ähnliche groß als das römische Reich unterging und aus feinen Kunstwerken antiker Götter wieder primitive, abgestumpfte Heiligenbilder wurden, deren miese Umsetzung schlecht gemachter Action-Comics aus den 50ern und 60ern entspricht. Tausend Jahre hat es gedauert bis man wieder bis auf einige wenige Ausnahmekünstler an die Kunstfertigkeit aufschließen konnte. Und auch da hatte man noch rubenesk-verquere Schönheitsideale, vermutlich nur um nicht zu wohlgefällige Bilder zu erstellen.
Inzwischen ist man hier so abgestumpft gegenüber Unfähigkeit, Hässlichkeit und unmenschliche Architektur, das man das als normal empfindet und es sogar Parodie-Verschwörungstheorien gibt über eine Große Schlammflut und das untergegangene Großreich Tartaria, das uns die ganzen schönen Bauten und Kunstwerke zurück gelassen hat und aus dem gemeinschaftlichen Gedächtnis durch eine Psy-Op und Propaganda gelöscht wurde...
Die Bilder sind aus dem Royal Museum of Fine Arts in Brüssel.
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